| Unsere
Gäste erzählen
Wenn
Sie Lust haben, schreiben Sie uns über Ihr Ballonfahr-Erlebnis.
Wir veröffentlichen Ihre Geschichte dann
hier, gerne auch mit Foto.

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Der
Erlebnisbericht von Maria Ebenholz
Wir
sind umhüllt von nächtlicher Stille, die Bäume und
die Wiesen schlafen noch, gerade beginnen die ersten Hähne
des nahen Bauernhofs zu krähen.
Zu acht haben wir uns auf der großen Wiesenfläche, dem
Startplatz unseres Heifluftballons versammelt. Wir, das sind die
sechs Passagiere, der Pilot und der Fahrer des Autos, welches uns
vom Landeplatz abholen wird.
Wir helfen alle mit, um den Ballon zum Start vorzubereiten, das
geht schneller als wir dachten. Der Pilot läßt sich über
die Schulter blicken, aber nicht stören, denn Sicherheit ist
sein Gebot im Moment der Vorbereitung meiner ersten Ballonfahrt.
Zunächst legen wir den Ballon über die Wiese aus und sehen
staunend zu, wie er vom Ventilator zu seiner vollen Größe
entfaltet wird. Nun setzt fauchend der Brenner ein und erhitzt die
Luft, der Ballon richtet sich auf. Flugs steigen wir in den Weidenkorb,
ein paar Feuerstöße und schon erheben wir uns majestätisch
in die Lüfte. Das anfängliche flaue Gefühl im Magen
weicht entspannter Freude und dem Prickeln des Abenteuers. Kaum
merklich entschwindet der Boden unter uns. In völliger Ruhe
ziehen wir über das Dorf, die Wiesen und Wälder. Nur ab
und zu unterbricht das Rauschen des Brenners die Stille.
Sprachloses Staunen wird durch Nachdenklichkeit abgelöst. Plötzlich
sind wir nicht mehr in der gewohnten Weise mit dem Planeten Erde
verbunden, wir sehen ihn aus einem ganz neuen Blickwinkel, aus der
Distanz. Was ist das für ein Unterschied! Dieses alltägliche
Hetzen, die Probleme, die sich im Alltag so wichtig aufblasen -
von hier oben werden wir gewahr; wie unwichtig sie meist sind, spürbar
wird, was wirklich wichtig ist. In leisen Gesprächen machen
wir uns darauf aufmerksam, atmen tief ein und gewahren uns, diese
Ruhe von hier oben mit ins tägliche Leben zu bringen.
Inzwischen sind wir bis auf 2000 Meter Höhe gestiegen. Mit
jedem Meter; den wir steigen, taucht eine weitere Gipfelkette der
Alpen am Horizont auf.
Langsam steigt die Sonne empor, in ihren Strahlen erröten die
Berggipfel, der Himmel ist wie verzaubert. Nach einer Zeit des staunenden
Berührtseins beginnen wir sacht zu sinken. Wir nähern
uns wieder der Erde, sehen die Tiere, Wälder; Felder ganz nahe,
hören die Geräusche mit neuen Ohren, schweben sanft ganz
nahe über die Erde und wieder sehen wir Dinge so, wie wir sie
noch nie sahen...
Nach gut eineinhalb Stunden der Zeitlosigkeit sinken wir weiter
und halten Ausschau nach einem geeigneten Landeplatz. Per Funk hält
der Pilot Kontakt mit dem Verfolger-Fahrzeug. Jetzt gibt er Anweisungen
für die Landung- und mit einem Ruck hat uns die Erde wieder.
Es ist ein seltsames Gefühl wieder festen Grund unter den Füßen
zu haben.
Zum Schluß werden wir friedlich mit Champagner getauft und
gehören nun zu den königlich-bayerischen Luftschiffern
und sind in den ,,Adelsstand der Ballonfahrer" erhoben. Ein
Morgen, ein Tag, der noch lange in mir positiv nachklingt, ein Erlebnis,
das mich berührt hat.
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